Sicherheitsvorkehrungen in Schanghai

Zur Zeit findet wieder einmal ein grösserer internationaler Anlass statt in Schanghai. Es ist die “Conference on Interaction and Confidence Building Measures”.

Die Sicherheitsvorkehrungen die getroffen worden sind, erstaunen schon etwas, selbst für China: Der Grossteil aller Staatsbetriebe, die öffentliche Verwaltung und alle Schulen wurden für 1 – 3 Tage geschlossen. Ebenso sind ganze Strassenzüge abgesperrt, Tunnels geschlossen, Buslinien ausser Betrieb und öffentliche Gebäude abgeriegelt. Die Polizei ist omni-präsent und Sicherheitskontrollen – zum Beispiel am Flugplatz – wurden sehr intensiviert.

Das Ganze zeigt wieder einmal dass die chinesische Regierung auf gar keinen Fall auch nur einen minimalen Gesichtsverlust riskieren will und deshalb keine Kosten, Mühen oder Unannehmlichkeiten der Bevölkerung scheut um sicherzustellen, dass alles reibungslos verläuft. Die Chance, dass ein ausländischer Fotograf auch nur einen einzigen Demonstranten vor die Linse kriegt, ist deshalb gleich Null. Schade. Wären solche Anlässe etwas natürlicher und weniger steril, dann würden sie das Land viel sympathischer machen. Hoffentlich besuchen viele Regierungsvertreter ihren eigenen Anlass und hören beim Thema “Confidence Building” auch gut zu.

 

 

Steuererleichterungen

Dass die chinesische Regierung sehr oft mit fiskalen Instrumenten in die Wirtschaft eingreift, ist hinlänglich bekannt. Wenn zum Beispiel eine Industrie oder individuelle Firma erfolgreicher ist als dem Staat lieb ist, dann kann es gut sein, dass man sie mit fiskalen Mitteln in die Schranken weist.

Dass manchmal aber auch Wirtschaftszweigen geholfen wird, die weder dem Staat gehören, noch eine starke Lobby haben und die auch strategisch nicht sehr wichtig sind, , ist weniger bekannt. Ein solcher Fall ist soeben in Schanghai eingetreten: Buchläden, arg gebeutelt durch online-Giganten wie Amazon, wurde die 17%ige Mehrheitssteuer ab sofort bis 2017 erlassen.